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Bündnisse halten bedeutet Sicherheit

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Elder David P. Homer Gebietssiebziger, USA

Schon bald nach seiner Ankunft im Salzseetal sagte Heber C. Kimball, seinerzeit Ratgeber des Präsidenten Brigham Young, voraus: „Es wird ein großes Aussieben stattfinden und viele werden dabei zu Fall kommen, denn … eine Prüfung steht bevor, und wer wird da standhalten?“1 Auch wenn er sich damit auf längst vergangene Tage und ferne Orte bezog, sind seine Worte heute noch lehrreich. Wie können wir als Mitglieder der Kirche angesichts der immer größer werdenden Kluft zwischen dem, was die Kirche sagt, und dem, was die Welt sagt, in Sicherheit bleiben und die Prüfungen unserer Tage bestehen?

In den heiligen Schriften steht, dass in den Verordnungen des Priestertums „die Macht des Göttlichen kundgetan“2 wird. Die heiligen Handlungen besitzen große Kraft. Ich weiß noch, wie ich getauft wurde und wie ich mich gefreut habe, ein Mitglied der Kirche zu werden. Es war eine heilige Handlung mit großer Kraft. Doch dann habe ich erkannt, dass die mit jeder heiligen Handlung verknüpften Bündnisse auch die Macht des Göttlichen in unserem Leben aufrechterhalten können.

Ein Bündnis ist eine feierliche Übereinkunft zwischen Gott und seinem Volk. Alle errettenden heiligen Handlungen des Priestertums gehen mit Bündnissen einher. Bei der Taufe schließen wir ein Bündnis, das wir jedes Mal erneuern, wenn wir vom Abendmahl nehmen. Wer das Melchisedekische Priestertum empfängt, nimmt den Eid und Bund des Priestertums auf sich. Heilige Bündnisse sind auch ein Bestandteil des Endowments im Tempel und der Siegelung.

Wenn wir unsere Bündnisse halten, können wir uns das, was wir nicht sehen oder nicht tun sollen, ersparen. Unsere Bündnisse helfen uns auch, Gutes zu tun – selbst wenn es unbequem ist. Elder M. Russell Ballard hat gesagt:

„Mitunter sind wir versucht, unser Leben eher nach unserer Bequemlichkeit als nach dem Bund auszurichten. Es ist nicht immer bequem, nach den Maßstäben des Evangeliums zu leben, für die Wahrheit einzutreten und von der Wiederherstellung Zeugnis zu geben. Üblicherweise ist es nicht bequem, das Evangelium zu verkündigen. Es ist nicht immer bequem, eine Berufung in der Kirche anzunehmen, besonders dann nicht, wenn wir uns dafür sehr anstrengen müssen. Jemand anders einen bedeutungsvollen Dienst zu erweisen, wie wir das mit einem Bund versprochen haben, kommt selten gelegen. Doch einem bequemen Leben fehlt die geistige Kraft. Diese Kraft stellt sich dann ein, wenn wir unsere Bündnisse halten.“3

Ein Bündnis gab König Joschija die Kraft, sein Reich von der Götzendienerei zu befreien.4 Ein Bündnis veranlasste die geplagten Heiligen in Winter Quarters, nach Iowa zurückzukehren und in den Lagern der Armen diejenigen aufzulesen, die zu wenig besaßen, um von sich aus nachzukommen. Ein Bündnis gab meiner Urgroßmutter die Kraft, die Prüfungen ihres Lebens zu bestehen.5

Bertha Marie Hansen lebte um 1880 in Dänemark und lernte dort die Missionare der Kirche kennen. Sie empfing ein Zeugnis von der Botschaft, die sie ihr brachten. Nach ihrer Taufe nahmen ihre Eltern ihr alles ab, was sie besaß, und so zog sie schweren Herzens nach Kopenhagen. Sie arbeitete und sparte Geld, um dem Ruf des Propheten zu folgen und nach Utah auszuwandern.

Nach mehreren Jahren war es so weit. Voller Vorfreude brach sie nach Utah auf, wo sie Freunde wiederzufinden hoffte. Doch stattdessen war sie erst einmal allein und der Sprache nicht mächtig. Wie leicht hätte sie alle Hoffnung fahren lassen können! Aber das tat sie nicht. Sie hielt vielmehr an ihrem Bündnis fest und folgte unbeirrt dem Sammlungsruf des Propheten. Ich werde ihr ewig dankbar sein. Sie hat unserer Familie ein Vermächtnis an Glauben hinterlassen, das uns bis heute ein Segen ist.

Präsident Kimball hatte Recht. Die immer größer werdende Kluft zwischen dem, was die Kirche sagt, und dem, was die Welt sagt, ist eine Prüfung, die es uns Mitgliedern der Kirche schwer machen kann, vor den Übeln unserer Zeit sicher zu bleiben. Doch der Vater im Himmel hat uns nicht hilflos zurückgelassen. Er hat uns heilige Handlungen und Bündnisse gegeben, die uns – solange wir sie nicht vernachlässigen – Sicherheit verschaffen und uns helfen, etwaige Prüfungen zu meistern.

Anmerkungen

  1. Zitiert von Elder Edward Stevenson in Life of Heber C. Kimball, Bookcraft, Salt Lake City, Utah, Seite 446
  2. Lehre und Bündnisse 84:20
  3. Elder M. Russell Ballard, „Wie eine unauslöschliche Flamme“, Der Stern, Juli 1999, Seite 102
  4. Siehe 2 Könige 22:1-13; 23:1-3; 2 Chronik 34:1,2,8,14-21,29-33
  5. The Young Family, Dorothy Marie Young Folk, Seite 293