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Morgen für Morgen zum Jauchzen zumute

Morgen für Morgen zum Jauchzen zumute

Innsbruck: So kurz nach der Fußball-Europameisterschaft kommt es vor, dass Sister Karolina Gudnason ein wenig stolz auf ihr Herkunftsland ist. „Die Erfolge der isländischen Nationalelf verfolgten mich beinahe auf Schritt und Tritt“, lächelt die 20jährige. „Sobald die Leute erfahren, dass ich aus Island komme, wollten sie mit mir nur mehr über die Siege meines Landes bei der Europameisterschaft in Frankreich sprechen.“ Ihr kleines Land hatte Schlagzeilen gemacht, so mancher glaubte sogar, die „Wikinger“ würden es bis ins Finale schaffen.

Innsbruck

„Obwohl ich ab dem 11. Lebensjahr zugunsten anderer Hobbies, wie Ballett, Gymnastik oder isländischer Volkstanz, nicht mehr aktiv Fußball spiele, liebe ich Fußball von ganzem Herzen“, sagt Sister Gudnason. Die Nachfahrin des mythenumwobenen nordischen Inselvolkes dient derzeit in der Mission München-Österreich, um möglichst vielen Menschen über ihren ganz persönlichen Glauben zu erzählen. Mit ihrer Mitarbeiterin Sister Mikah Harrick aus den USA ist sie momentan in Tirol unterwegs, um interessierten Menschen von der Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Zeugnis zu geben.

Wie sie als Isländerin dazu kommt, eine Mission zu erfüllen, meinte Sister Gudnason, sie habe einen brennenden Wunsch in ihrem Herzen verspürt, dies zu tun. „Gewisse Dinge kann man nicht für sich behalten. Wenn etwas einem eine so große Lebensfreude vermittelt, dass einem täglich schon früh am Morgen zum jauchzen, Klavierspielen und Singen zumute ist, dann muss man das einfach loswerden und mit anderen teilen. Ich würde mich sehr schäbig und egoistisch vorkommen, wenn ich das nicht tun würde. Deshalb habe ich gleich nach dem Abschluss des naturwissenschaftlichen Gymnasiums in Selfoss (größte Stadt in Südisland) begonnen, mich auf meine Mission vorzubereiten. Dass ich hier in Österreich gelandet bin, war Fügung.“

Ihre Familie ist für Sister Gudnason eine große Unterstützung, auch wenn sie jetzt weit weg von ihrer Heimat ist. Sie kommunizieren wöchentlich über Emails und so bleibt der Kontakt nach Hause immer aufrecht.

Und was hält sie von ihrer jetzigen Wahlheimat Tirol: „Die Berge sind ähnlich wie in Island, aber was ich hier so schätze ist, dass sie so leuchtend grün sind. Auch die Kulturdenkmäler sind in Österreich so gut erhalten und wunderbar anzusehen. Zudem kommt die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen. Und das macht mich besonders glücklich, hier als Missionarin zu dienen.“

Ob sie, wenn sie morgens ihre Wohnung in Oberhofen im Inntal verlässt, um sich auf ihr ‚Spielfeld‘ als Missionarin zu begeben, sich durch Klatschen und den Isländischen 'Hu'-Ruf motiviert: „Nein“, meint Sister Gudnason, „um mich für die tägliche Arbeit vorzubereiten, braucht es ganz etwas anderes. Zum einen ein sehr persönliches Gespräch mit dem Vater im Himmel und zum anderen das inspirierende Studium in den Heiligen Schriften, dem Alten Testament, dem Neuen Testament und dem Buch Mormon, welches ein weiterer Zeuge für Jesus Christus ist. Daraus schöpfe ich nicht nur Kraft, sondern auch den Glauben und die Hoffnung, dass dieser Tag ein ganz besonderer Tag wird. Und das wird er, wenn ich sehe, wie durch den Einfluss des Evangeliums Jesu Christi sich Menschen verändern und zu noch besseren Menschen werden. Dadurch wird die Welt zu einem besseren Ort.“ (RHS)