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Dankbarkeit macht uns geistig stark

Teixeira-Jose-A
Elder José A. Teixeira Präsident des Gebiets Europa, Portugal

Uns ist geboten worden: „Du sollst dem Herrn, deinem Gott, in allem danken. Und in nichts beleidigt der Mensch Gott, oder gegen niemanden entflammt sein Grimm, ausgenommen diejenigen, die nicht seine Hand in allem anerkennen.“1

allem

Undankbarkeit ist eine der schwersten Sünden. Dankbarkeit ist daher eine der erhabensten Tugenden.

Wie wichtig Dankbarkeit ist und wie sie sich auf jeden Menschen auswirkt, zeigt sich am Beispiel von Laman und Lemuel. Ihre Reaktion auf das Gebot des Herrn, Jerusalem zu verlassen, führte dazu, dass tausende Menschen über mehr als tausend Jahre unsägliches Leid ertragen mussten. Lehi und Nephi priesen Gott und dankten ihm fortwährend dafür, dass er sie aus Jerusalem herausgeführt hatte. Laman und Lemuel wussten nicht zu schätzen, was der Herr für sie getan hatte. Statt dass sie dem Herrn dankten, beklagten sie sich. Infolgedessen kamen Lehi und Nephi dem Herrn immer näher, während Laman und Lemuel sich von ihm zurückzogen. Hierin sehen wir einen wichtigen Schlüssel zu geistiger Kraft: Dankbarkeit.

Wir sehen auch, dass man die Bedeutung von etwas erkennen und es schätzen muss, um dafür dankbar zu sein.

Als Präsident Eyrings Kinder noch klein waren, fing er damit an, jeden Abend Rückschau auf die Ereignisse des Tages zu halten. Er wollte sehen, wie seine Familie durch Gottes Hand gesegnet wurde. „Ich blieb ausdauernd, und mit der Zeit geschah etwas“, sagte er. „Wenn ich auf den Tag zurückblickte, konnte ich erkennen, was Gott für einen von uns getan hatte …Als das geschah, … erkannte ich, dass mein Bemühen, mich zu erinnern, Gott ermöglichte, mir zu zeigen, was er getan hatte. Bei mir nahm nicht nur die Dankbarkeit im Herzen zu. Auch mein Zeugnis wuchs. Meine Gewissheit wurde stärker, dass der himmlische Vater unsere Gebete vernimmt und erhört. Ich empfand mehr Dankbarkeit dafür, dass unser Herz durch das Sühnopfer des Erretters Jesus Christus erweicht und geläutert wird. Außerdem wuchs mein Vertrauen, dass der Heilige Geist uns an alles erinnern kann …Mir geht es darum, Ihnen ans Herz zu legen, dass Sie Möglichkeiten finden, Gottes Güte zu erkennen und sich daran zu erinnern. Unser Zeugnis wird dadurch wachsen.“2

Mir geht es darum, Ihnen ans Herz zu legen, dass Sie Möglichkeiten finden, Gottes Güte zu erkennen und sich daran zu erinnern. Unser Zeugnis wird dadurch wachsen

Dankbarkeit stärkt unser Zeugnis. Allein dadurch, dass man seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringt, würdigt man Gottes Hand in seinem Leben und erkennt seine liebevolle, große Barmherzigkeit an. Dies stärkt wiederum unser Vertrauen, dass der Herr unsere Gebete hört und erhört und uns führt. Wenn wir unsere Abhängigkeit vom Herrn erkennen, sind wir umso mehr auf ihn angewiesen.

Während unsere Dankbarkeit für die Segnungen des Herrn zunimmt, wird auch unser Wunsch, zu ihm zu kommen, stärker und wir suchen seine Nähe bei allem, was wir tun. „Lass alles, was du tust, dem Herrn getan sein, und wo auch immer du hingehst, lass es im Herrn geschehen; ja, lass alle deine Gedanken auf den Herrn gerichtet sein; ja, lass die Zuneigungen deines Herzens immerdar auf den Herrn gerichtet sein.

Berate dich mit dem Herrn, in allem, was du tust … und wenn du dich morgens erhebst, so lass dein Herz von Dank erfüllt sein gegen Gott.“3

von Dank erfüllt sein gegen Gott

Wenn wir das Leben mit dankbaren Augen betrachten, blicken wir in jedem Gedanken auf den Herrn. Wir zweifeln nicht und fürchten uns nicht.4

Die größte Tragik im Leben des Menschen besteht darin, für die reichen Segnungen des Herrn blind zu sein, seien es seine gütigen Gebote oder seine liebevolle, große Barmherzigkeit. Wenn wir all das Große, was er für uns getan hat, nicht zu schätzen wissen, werden wir es auch nicht nutzen. Es ist töricht, wenn man ein Geschenk bekommt, es aber nicht annimmt. Wenn wir das, was uns gegeben ist, nutzen, zeigen wir unsere Dankbarkeit. Die größte dieser Gaben ist das Sühnopfer Jesu Christi.

nutzen

Laman und Lemuel sahen ihren Auszug in das verheißene Land nie als Segnung oder als Chance für einen neuen Anfang. Durch ihre Undankbarkeit traten sie die Segnungen Gottes mit Füßen.

Dankbarkeit lässt uns erkennen, wie wir durch die Hand Gottes geführt werden. Sie stärkt unseren Willen, seine Gebote zu halten. Wir richten unseren Willen am Willen des Vaters aus. Es ist etwas Kleines, wenn wir in allen Segnungen, die wir empfangen, die Hand des Herrn anerkennen. Der Lohn besteht in dem Wissen, dass Gott bei uns ist und uns durch die Herausforderungen des Lebens führt. Unser Glaube nimmt zu und unser Vertrauen in Gott wird stärker.

Dankbarkeit ist der Same, der im Nährboden der Liebe gedeiht.

Dankbarkeit … bringt Achtung, Vergebung und Heilung hervor

Dankbarkeit … ruft unerwartete Großzügigkeit hervor

Dankbarkeit … lobt die liebevolle, große Barmherzigkeit des Herrn

Dankbarkeit … regt persönliche Offenbarung an

Dankbarkeit … veranlasst zum Beten und macht jedem Mut, der im Gebet kniet

Dankbarkeit … bringt Erfolg im Leben

Dankbarkeit … führt zu Umkehr, Weisheit und Kurskorrekturen

Dankbarkeit … macht das Herz weit

Dankbarkeit … hält an Bündnissen fest

Christus selbst sagte auf seinen Knien seinem Vater im Himmel Dank.

Mögen wir diese göttliche Eigenschaft in unseren Familien pflegen.


Anmerkungen


1. LuB 59:7,21; Hervorhebung hinzugefügt
2. Präsident Henry B. Eyring, „O denkt daran, denkt daran“, Liahona, November 2007, Seite 67; Hervorhebung hinzugefügt
3. Alma 37:36,37; Hervorhebung hinzugefügt
4. Siehe LuB 6:36