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Einen Vorfahren ausfindig machen

Moreira-JJ
Elder Joaquim J. Moreira Gebietssiebziger, Portugal

Wäre ich nicht aus Gott geboren worden, so hätte ich dies alles nicht erfahren.1 Aus Gott geboren zu werden ist ein einzigartiges persönliches Erlebnis, das man nie vergisst. Es versetzt uns in die Lage, Schwierigkeiten im Leben zu meistern. Auch die erste Begegnung mit den Missionaren ist ein Augenblick, der uns immer im Gedächtnis haften bleibt, denn wir machen unsere ersten geistigen Erfahrungen, wenn wir ein Zeugnis erlangen. In diesen erhabenen Augenblicken ist es, als ob der „schlummernde Staub“ in uns zu neuem Leben erweckt würde. Wir spüren in unserer „Nase den Lebensatem“ und werden von neuem geboren.

So war es auch bei einer 15-Jährigen namens Telma Silva aus der Gemeinde Seixal im Pfahl Setúbal in Portugal. Obwohl kein Mitglied der Kirche, besuchte sie das Seminar am frühen Morgen. Sie spürte dort viel Liebe unter den Mitgliedern, und so kam in ihr der Wunsch auf, sich taufen zu lassen.

Eines Tages rief der Pfahl Setúbal alle jungen Leute dazu auf, im April 2016 den Tempel in Madrid zu besuchen. Telma war traurig. Weil sie der Kirche nicht angehörte, konnte sie die anderen Seminarschüler bei dieser Tempelfahrt nicht begleiten. Sie beschloss daraufhin, ihren Glauben an Jesus Christus auf die Probe zu stellen und sich taufen zu lassen. Doch nicht nur das. Da sie ja nun zum Tempel fahren würde, bemühte sie sich auch darum, etwas über ihre Vorfahren in Erfahrung zu bringen, damit sie dann im Taufbecken heilige Handlungen für sie vornehmen könnte.

Telma wurde nicht nur von neuem geboren. Durch ihre Teilnahme am Seminar hatte sie auch erkannt, was sie für ihre Familie erreichen konnte, wenn sie Namen ihrer Vorfahren zum Tempel mitnahm. Auch sie konnten dann von neuem geboren werden und diese herrliche geistige Erfahrung machen.

„Wir erkennen, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen.“4 Unsere Liebe zu Gott zeigt sich auch darin, dass wir alle seine Kinder lieben – diejenigen, unter denen wir uns gerade aufhalten, diejenigen, die noch kommen sollen, und diejenigen, die bereits von uns gegangen sind.

Es ist einer der größten Liebesbeweise, wenn wir für jemanden etwas vollbringen, was er selbst nicht tun kann. Auch können sich unsere Vorfahren nicht in Gottes Gegenwart aufhalten, solange sie nicht die errettenden heiligen Handlungen empfangen haben. Unsere Vorfahren leben ja unter ganz besonderen Bedingungen: „Beim Tod geht unser Geist in die Geisterwelt. Der Tod verändert unser Wesen nicht. Auch unser Wunsch, Gutes oder Böses zu tun, bleibt bestehen. … In der Geisterwelt wird das Evangelium denen gepredigt, die es nicht befolgt haben oder die hier auf der Erde nichts davon gewusst haben.“5

Der Prophet Obadja sagte voraus, dass es „Befreier“ auf dem „Berg Zion“6 geben werde. Als solche können wir auch uns betrachten, wenn wir denen die Errettung bringen, die sie sich wünschen, ohne sie selbst erreichen zu können.

Wenn wir das Werk für unsere Vorfahren verrichten, können wir außerdem die besondere Gabe der Nächstenliebe erhalten, denn es ist ja ein Ausdruck überragender Liebe. „[Und] wenn die Menschen keine Nächstenliebe haben, können sie jene Stätte nicht ererben, die du in den Wohnungen deines Vaters bereitet hast.7 „Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander; denn die Liebe deckt viele Sünden zu.“8

Was für ein Segen, dass wir eine solche Liebe für Menschen aufbringen können, die wir gar nicht kennen, die aber in uns gegenwärtig sind, wenn wir Hilfe brauchen. Sie sind nämlich wie Schutzengel, die für uns beten, die sich um uns sorgen und die sich wünschen, dass wir unser Bestes geben.

Mögen wir lieben, um geliebt zu werden, helfen, um Hilfe zu bekommen, und Gutes tun, um Gutes zu empfangen. Im Namen Jesu Christi. Amen.

Anmerkungen

2. Siehe LuB 138:17

3. Genesis 2:7

4. 1 Johannes 5:2

6. Obadja 1:21

8. 1 Petrus 4:8