Botschaft von der Gebietsführerschaft

    Schweig, sei still! – das Haus des Herrn ist für uns ein sicherer Hafen

    Was für Stürme, was für Geister, was für Menschen oder was sonst es auch sein mag, was Ihnen Sorgen bereitet: Sie brauchen sich nicht zu fürchten.

    Unser liebevoller Vater im Himmel hat einen sicheren Hafen für uns bereitet.
    Unser liebevoller Vater im Himmel hat einen sicheren Hafen für uns bereitet.

    Sowohl der Vater als auch die Mutter von Mary Ann Baker starben an Tuberkulose und ließen sie mit ihrer Schwester und ihrem Bruder in Chicago zurück. Als sich dann auch ihr Bruder diese schreckliche Krankheit zuzog, sorgte sie dafür, dass er in ein wärmeres Klima im Süden der Vereinigten Staaten kam.

    Doch leider verschlechterte sich sein Zustand binnen weniger Wochen und er starb ebenfalls. Mary Ann und ihre Schwester waren untröstlich. Sie konnten es sich nicht leisten, den Leichnam ihres Bruders auszulösen oder seine Rückkehr nach Chicago zu bezahlen, um ihn dort zu beerdigen. Für Mary Ann war es eine der finstersten und schwersten Zeiten ihres Lebens. Sie schrieb: „Ich sagte mir innerlich, dass Gott für mich und die Meinen nichts übrig habe.“1 Das war mehr, als sie ertragen konnte.

    Wir alle haben schon stürmische Zeiten erlebt – Zeiten, in denen wir trauerten, Verluste zu beklagen hatten, Angst hatten, krank waren, finanziell unter Druck standen; unsichere und unruhige Zeiten in jeder Form. Solche Stürme fordern uns und können uns auf eine harte Probe stellen. Wie bei den Jüngern auf dem See Gennesaret kann es Augenblicke geben, in denen wir das Gefühl haben, wir seien kurz davor, zu kentern und zu versinken. Dann rufen wir aus: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“2

     

     

    Elder Alan T. Phillips Gebietssiebziger
    Elder Alan T. Phillips Gebietssiebziger

    In jener stürmischen Nacht auf dem See Gennesaret erhob sich der Erretter, „drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.“3 Bei Mary Ann Baker stillte der Erretter in ihrer finstersten Stunde, als sie so viele Verluste betrauerte, den Sturm in ihrem Herzen und „brachte diesem die Stille eines vertieften Glaubens und einer vollendeteren Zuversicht“4. Nachdem ihr Friede und ihre innere Ruhe wiederhergestellt waren, schrieb sie die Worte des beliebten Kirchenliedes „Meister, es toben die Winde“5 nieder:

     

    Ob es auch wüte, das stürmsche Meer,

    obʼs Menschen, obʼs Geister sind oder was mehr …

    Es folgt ihm alles, wie er es will:

    Schweig, sei still! Schweig, sei still!

     

    Wir haben einen liebevollen Vater im Himmel, der weiß, dass wir in den Stürmen unseres Lebens eine Zuflucht oder einen sicheren Hafen brauchen, wohin wir uns wenden können; einen Ort, wo wir beschützt und rundum in Sicherheit sind.

     

    Der Tempel kann ein bedeutender sicherer Hafen in unserem Leben werden. Jeden Tag werden wir mit Problemen, Ungewissheit, widersprüchlichen Aussagen und Unruhe konfrontiert. Im Haus des Herrn finden wir Antworten, bekommen Kraft und erlangen den Frieden, den der Herr verheißen hat. Wir werden daran erinnert, dass wir nicht allein sind. Wir werden daran erinnert, dass Gott uns liebt, uns immer noch führt und uns einen Weg bereitet, auf dem wir zurückkehren und Frieden genießen können.

     


    '' Im Tempel werden Sie die Worte „Schweig, sei still!“ noch besser verstehen. ''


    Jesus befiehlt dem Sturm
    Jesus befiehlt dem Sturm und den Wellen mit den Worten: 'Schweig, sei still!'

     

    Der Vater im Himmel kennt Sie. Er liebt Sie. Er versteht, was für Nöte und Schwierigkeiten Sie haben. Wenn wir in den Tempel gehen und an heiligen Handlungen teilnehmen, können wir zu der Klarheit finden, die wir brauchen, um durch ungewisse Zeiten und die verschiedenen Stürme in unserem Leben hindurchzukommen.

     

    Elder Boyd K. Packer hat gesagt: „Die geistige Atmosphäre des Tempels bewirkt eine Reinigung und Läuterung. Manchmal sind wir so sehr mit Problemen überhäuft und werden von so vielen Dingen gleichzeitig in Anspruch genommen, dass wir einfach nicht klar denken und sehen können. Im Tempel aber löst sich, wie es scheint, die Staubwolke der Verwirrung auf, der Nebel und der Dunst heben sich, und wir können manches ,sehen‘, was wir vorher nicht wahrnehmen konnten, und finden einen Weg durch die Schwierigkeiten, den wir vorher nicht gesehen haben.“6 In dem Lied „How Firm a Foundation“ heißt es:

     

    „Nur Mut, ich bin bei dir, o fürchte dich nicht,

    denn ich bin dein Gott, der auf dein Wohl erpicht,

    ich stärke dich hilfreich und gebe dir Halt.“7

     

    Was für Stürme, was für Geister, was für Menschen oder was sonst es auch sein mag, was Ihnen Sorgen bereitet: Sie brauchen sich nicht zu fürchten. Unser liebevoller Vater im Himmel hat einen sicheren Hafen für uns bereitet. Im Tempel wird er Sie segnen. Im Tempel wird er Sie stärken und beschützen. Im Tempel werden Sie die Worte „Schweig, sei still!“ noch besser verstehen.

     

    Anmerkungen

     

    1. Ernest K. Emurian, „Living Stories of Famous Hymns“, W. A. Widdle Co., Boston 1955, Seite 83ff.

    2. Markus 4:38

    3. Markus 4:39

    4. Karen Lynn Davidson, „Our Latter-Day Hymns: The Stories and the Messages“, Deseret Book, Salt Lake City 1988

    5. „Meister, es toben die Winde“, Gesangbuch, Nr. 66; Text: Mary Ann Baker, ca. 1874; Musik: H. R. Palmer, 1834–1907

    6. „Vorbereitung auf den heiligen Tempel“; nach Boyd K. Packer: „The Holy Temple“; verfügbar auf lds.org

    7. „How Firm a Foundation“, Hymns, Nr. 85; Text: Robert Keen zugeschrieben, ca. 1787; im ersten Gesangbuch der Kirche Jesu Christi von 1835 enthalten; Musik: J. Ellis zugeschrieben, ca. 1889